Fischer Langlaufbindung
Neuentwicklung eines Bindungssystems
- Kunde
- Fischer
- Branche
- Sport
- Leistung
- Entwicklung · FEM · Werkzeugbau
Für Fischer haben wir ein komplett neues Langlaufbindungs-System entwickelt. Ausgangspunkt war eine strategische Weichenstellung des Kunden: Fischer bezog Bindungen bisher von externen Lieferanten und entschied sich, die Entwicklung künftig selbst in die Hand zu nehmen. Damit eröffnete sich die Möglichkeit, ein komplett neues Bindungssystem von Grund auf neu zu konzipieren.
Von der Skizze zum Konzept
Auf Basis der Skizzen haben wir mehrere technisch neu ausgelegte Konzeptvarianten für die Bindung und die zugehörige Bindungsplatte erarbeitet. Jede Variante wurde konstruktiv weiterentwickelt und in enger Abstimmung mit Fischer bewertet — mit dem Ziel, Funktion, Einstiegskomfort und Fahreigenschaften optimal aufeinander abzustimmen.
Festigkeit, Gewicht und Toleranzen im Griff
Da Gewichtseinsparung bei Langlaufbindungen ein zentrales Entwicklungsziel ist, musste die Konstruktion vielfach bewusst an das technische Limit des eingesetzten Werkstoffs geführt werden. Um dabei die nötige Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurde die Entwicklung durchgehend mit FEM-Berechnungen begleitet: Belastungsfälle wurden simuliert, kritische Bereiche identifiziert und die Geometrie gezielt optimiert, bevor sie in die nächste Prototypenstufe ging.
Konstruktion mit Blick auf Serienfertigung
Damit die spätere Serienfertigung reibungslos funktioniert, haben wir die Spritzgusswerkzeuge auch selbst konstruiert. Vor der Werkzeugkonstruktion haben wir anhand von Toleranzanalysen die Bauteildimensionen so ausgelegt, dass die automatisierte Montage der Bindung zuverlässig funktioniert — ein Schritt, der in der Serienfertigung über Ausschussraten und Taktzeiten entscheidet.
Prototyping und Erprobung
Jede entwickelte Variante wurde als Prototyp gebaut und laufend auf Funktion, Einstiegsverhalten und Fahreigenschaften getestet — von ersten Funktionsmustern bis zu Prototypen für Tests direkt auf Schnee. Die Ergebnisse jeder Testphase flossen unmittelbar in die nächste Optimierungsschleife aus Konstruktion, FEM-Berechnung und Fertigungsauslegung ein.
Aus der strategischen Entscheidung von Fischer, Bindungen künftig selbst zu entwickeln, ist gemeinsam mit uns eine komplette, eigenständige Bindungsfamilie entstanden — vom ersten Skizzenblatt über Prototypenphasen, Materialtests, FEM-Berechnungen und Toleranzanalysen bis zur im eigenen Haus konstruierten Serienwerkzeugtechnik. Jede Variante wurde mit Bemusterung und Messprüfung abgesichert, bevor sie Marktreife erreichte.
Ein Bauteil, das am Limit des Werkstoffs ausgelegt ist, verzeiht keine Lücke zwischen Berechnung, Konstruktion und Serienwerkzeug. Genau dort lag in diesem Projekt die Arbeit.
